Das Whitney Museum in New York: Kunst mit Ausblick
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Das Whitney Museum in New York

Mehr als nur ein asymmetrisches Gebäude aus Blech?

Von Sabrina, 23. Mai 2017
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Anfang Mai 2015 neu eröffnet, erstrahlt das neue Whitney Museum in New York, im trendigen Meatpacking District, im ganz neuen Glanz. Die unglaublich schöne Lage mit grandiosen Ausblicken, sowie das meisterhafte Gebäude des Stararchitekten Renzo Piano, der auch das Centre Pompidou und den Londoner Turm „The Shard“ entworfen hat, versprechen eine neue Ära innerhalb der Kunstmuseen in New York City. 

Die Eröffnung am ersten Mai Wochenende war eine große Party, selbst die First Lady Michelle Obama war geladen. Die Schlange der Besucher war an diesem Wochenende fast einen ganzen Kilometer lang. Doch was steckt hinter dem Hype um das neue Whitney Museum in New York? Stimmt es, dass das MoMa nun ernstzunehmende Konkurrenz bekommt? Ich war für Euch vor Ort und sage Euch, ob dieses Museum auf Eure Must See Liste gehören sollte, oder nicht.

Am Fuße der High Line

Kopfsteinpflaster, Boutiquen, schicke Bars und teure Restaurants, das verbindet man mit dem beliebten Meatpacking District. Das Zentrum dieses Viertels aber ist die High Line, über die längst keine Güterzüge mehr fahren. Auf einer der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt wachsen nun Blumen, Sträucher und Bäume – die High Line ist für die New Yorker ein Garten über den Köpfen geworden. Und genau an der Stelle, wo die High Line beginnt, an der Gansevoort Street, liegt nun das neue Whitney-Museum.

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Ein Museum zieht um

Der Umzug eines Museums mitten in Manhattan ist eine Herausforderung, soviel steht fest. Pianos Design und die Konstruktion des Gebäudes im Meatpacking District kosteten im Vorhinein 422 Millionen Dollar. Rund 15.000 Kunstwerke großer Namen müssen verpackt, verladen und vor allem versichert werden. Seit beginn des Baus kurz nach der Finanzkrise 2011 war klar, dass dies der schwierigste Teil des Projekts wird. Der Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar zog nach und nach von der exklusiven Upper East Side in den hippen Meatpacking District. So einen Museumsneubau hat es seit den fünfziger Jahren mit dem weltbekannten Guggenheim Museum nicht mehr gegeben. Weitere 338 Millionen Dollar kostete der Umzug, die Nebenkosten und die Museumsstiftung. Großzüge Spenden, sowie die Einnahmen durch die Verpachtung des alten Hauses an das Metropolitan Museum sollen diese Kosten auffangen.InsideWhitney

Zeitgenössische Kunst aus den Händen großer Namen

Das Whitney Museum besitzt einen der spektakulärsten Bestände zeitgenössischer Kunst, soviel steht fest.  Andy Warhol, Keith Haring, Edward Hopper, Jackson Pollock und Robert Rauschenberg sind nur einige der Namen dessen Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos und Installationen Teil der Ausstellung im Whitney Museum sind.

Das Museum mit Ausblick

Mit 19.000 Quadratmetern Fläche – darunter 6000 Quadratmeter Galerien, einer ganz besonderen mehrstöckigen Terrasse, die sowohl Ausblick auf den Meatpacking District, die High Line, den Hudson River und das One World Trade Center bietet, einem  Theater, dem größten säulenfreien Saal New Yorks – bietet das Whitney Museum viel Platz und eine besondere Atmosphäre. Auf insgesamt acht Stockwerken kann man derzeit die Ausstellung „America is hard to see“ bewundern.

Hohe Erwartungen wurden erfüllt

Wer kann schon von sich behaupten, jedes Museum in New York City (auch in Queens & Brooklyn) von Innen gesehen zu haben? Meine Top 5 Museen in New York stehen eigentlich fest – wird das Whitney ein Teil der Bestenliste? Ich ging also mit großen Erwartungen an das neue Whitney Museum heran und kann vorweg nehmen: ich wurde nicht enttäuscht. Ich buchte vorab die Tickets online, um mich nicht an nervige Schlangen anstellen zu müssen. Ohne Wartezeit ging es für mich mit dem wohl größten Fahrstuhl, in dem ich je gestanden habe, hinauf in den achten Stock des asymmetrischen Gebäudes aus Blech zum Beginn der Ausstellung. Im obersten Stock erwartet die Besucher ebenfalls ein nettes Café und eben der Zutritt zum höchsten Punkt der Aussichtstrasse. Das Wetter war traumhaft schön, weshalb ich dort erstmal den Ausblick genoss. Meterhohe Decken, helle Böden aus Fichte, dezente Beleuchtung und eine angenehme Ruhe machten den Besuch der Ausstellung sehr genießbar. In vielen New Yorker Museen geht es da oft turbulenter zu.

22.000 Ausstellungsstücke, 3.000 Künstler und bewusste Selbstkritik

Das sind die Fakten des neuen Whitney Museums und selbstverständlich: es gibt also viel zu sehen. „America Is Hard To See“,  ein Vers aus einem humoristischen Gedicht von Robert Frost, das jedoch eine ernste Pointe hat: Die Essenz Amerikas ist schwer, eigentlich gar nicht zu greifbar – weder äußerlich, noch von Innen. Dieser Vers bildet auch gleichzeitig den Namen der aktuellen Ausstellung „America Is Hard To See“ im Whitney Museum.

Beginnend mit Werken aus den Jahren 1910 – 1940 im achten Stock folgt man chronologisch bis in die heutige Zeit, dessen Werke im fünften Stock (1965-heute) gezeigt werden. Dem Besucher steht es frei, die Außentreppen am Museum mit Blick auf die Stadt zu benutzen, oder im Inneren mit dem Fahrstuhl oder dem Treppenhaus von Etage zu Etage zu wandern. Es scheint als habe das Whitney Museum viele seiner wahren Schätze hervorgeholt: Edward Hoppers Ziegelgebäude an der Third Avenue, minimalistischen Skulpturen des Donald Judd, Jay de Feos dunkle Riesenrose, die aus Draht gebogenen Zirkustiere des Meisters Alexander Calder, sowie die riesigen Zigarettenkippen von Claes Oldenburg. Das Besondere: bekannte Werken der ganz großen Künstler hängen neben den Unbekannteren.

Bewusst werden auch die dunklen Seiten der amerikanischen Geschichte gezeigt: Lynchmorde, Kreuzigungsszenen, ein Ölgemälde auf Leinen, das die Anschläge auf die World Trade Center zeigt, doch dann wieder Andy Warhols Cola-Dosen als gänzlicher Kontrast. Die Mischung macht die Ausstellung zu dem, was sie aussagen will: Es ist manchmal ganz schön hart, Amerika zu sehen – eine recht sympathische Selbstkritik durch die Doppeldeutigkeit in Ihrer Aussage.

Viele der Werke beschäftigen sich eben genau mit politisch sozialkritischen Fragestellungen und eine Vielzahl wurde bisher bewusst auch nicht in den USA ausgestellt. Die dritte und erste Etage zeigen derzeit die Susan and John Hess Family Gallery, sowie das Theater und die Zeit von 1900-1935, die frühe Geschichte des Whitney Museums mit den großen Namen von Hopper bis Dwight. Die oberen drei Etagen fungieren in Zukunft ausschließlich für die Dauerausstellung.

Essen & Trinken im Whitney

Das Café „Studio Café“ im achten Stock lädt zum verweilen ein, hier kann ein kleiner Snack, sowohl auf der Terrasse, als auch im Indoorbereich des Cafés genossen werden. Im Erdgeschoss befindet sich das angeschlossene Restaurant „Untitled“ (unbedingt vorab reservieren). Beide Lokalitäten wirken sehr einladend und fügen sich optisch perfekt in das neue Museum ein. Unweit vom Museum findet ihr aber auch noch weitere lohnenswerte Bars und Restaurants. Lest dazu mehr in unserem Insider-Guide über den Meatpacking District.

Fazit: Must See

Das Whitney Museum ist ein Ort der Vielfältigkeit und auch ein ideales Museum für diejenigen, die eigentlich gar nicht so kunstinteressiert sind. In jeder der oberen Etagen kann man die frische Luft und den tollen Ausblick genießen und meiner Meinung nach, werden die Kunstwerke durch die hervorragende Aussicht nicht zur Nebensache gemacht.

Das Museum ist bewusst für junge Menschen gestaltet worden: Es ist modern und lässt nicht außer Acht, wo man sich befindet – in New York City – im Meatpacking District – es bietet überall Zeit und Raum dies zu genießen, allein das wird die Besucher in Scharren bringen, denn in jeder Sekunde wird einem dies durch die vielen deckenhohen Fenster bewusst gemacht – sicherlich eine Sache, die man in vielen Museen in New York vermisst.

Also alles in allem:

Gehört auf jede To Do-Liste!

Das Whitney Museum gehört von nun an auf jede To-Do Liste während der New York Reise und bekommt definitiv einen Platz in meiner Top 5 der besten Museen in New York.

Jetzt Tickets sichern

Mit dem beliebten New York Pass ist das Whitney Museum bereits inklusive – erspart Euch dadurch zusätzliche Kosten von 22$ pro Person und die Wartezeit, denn mit dem New York Pass gehts für Euch direkt an der Schlange vorbei.

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Das Whitney Museum in New York
AdresseWhitney Museum of American Art
99 Gansevoort Street
New York
NY 10014
ÖffnungszeitenGalleries 10:30 am–10 pm
Shop 10:30 am–10 pm
Restaurant 11a–2p, 5–10p
Nahverkehrsanbindung14th Street, A C E Trains
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