9/11 Memorial Museum – Erfahrungsbericht

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Es war der schrecklichste Terroranschlag in der Menschheitsgeschichte. Der 11. September 2001, an dem fast 3.000 Menschen sterben mussten. Der Tag an dem Amerika verwundbar wurde. Jeder weiß heute noch genau, was er an diesem Tag gemacht hat, wo er gerade war, was er als erstes gedacht hat, als das Unfassbare geschah. Kann ein Museum dieser Katastrophe gerecht werden?

Es ist eine schwierige Aufgabe, für ein so tragisches Ereignis einen angemessenen Ort der Erinnerung zu schaffen. Das 9/11 Memorial Museum am Ground Zero versucht dieser Aufgabe gerecht zu werden. Es dokumentiert eindringlich die Ereignisse am 11. September und dient als wichtigste Institution des Landes für die Erforschung der Auswirkungen.

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Wir waren für euch unter den ersten Besuchern und lassen euch daran teilhaben, wie wir den Museumsbesuch erlebt haben und ob wir das Museum empfehlen würden.

Das 9/11 Memorial Museum

Das 9/11 Memorial Museum befindet sich beim 9/11 Memorial und ist seit der bewegenden Eröffnung durch Präsident Obama im Mai 2014 für die Öffentlichkeit zugänglich.

In der Presse blickte man zunächst kritisch auf das neue Museum am Ground Zero.

Die Fertigstellung der unterirdischen Räumlichkeiten, die mehr als 10.000 Quadratmeter auf sieben Geschossen umfassen, verzögerte sich um drei Jahre. Der Bau wurde deutlich teurer als geplant und verschlang einigen US-Medienberichten zufolge rund eine Milliarde Dollar (729 Millionen Euro).

Nicht zuletzt, als  kurz vor der Eröffnung dann die sterblichen Überreste derer in das Museum gebracht wurden, die nicht identifizierbar waren und der Eintrittspreis von 24 $ bekannt gegeben wurde, hieß es, dass Ground Zero als Attraktion für Touristen verkommen wird und man nur Profit aus der Tragödie schlagen möchte.

Wir haben uns deshalb ein eigenes Bild vom 9/11 Memorial Museum gemacht und teilen euch hier unsere persönliche Erfahrung.

Eindrücke vom 9/11 Memorial Museum in New York

9/11 Memorial Museum

Im Zeitraffer zurück an den Tag der Anschläge

Ehrlich gesagt hatte ich gemischte Gefühle, was diesen besonderen Museumsbesuch betraf. Ich empfinde die Gegend rund um das 9/11 Memorial immer als sehr beklemmend und wusste nicht, wie ich auf das Museum reagieren werde. Doch uns war es wichtig, unter den ersten zu sein, die euch über diesen Ort berichten.

Wie erwartet, schon beim Anblick des ersten Ausstellungsstücks waren sie wieder da – die Gefühle des Tages und der Zeit danach – die Fassungslosigkeit.

Zwei gigantische gabelförmige Stahlträger, die zum äußeren Skelett der Twin Towers gehörten und ihre Fassade prägten. Sie waren beim Einsturz in viele Teile zerrissen worden und wurden von Spezialisten wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt.

Vor meinem inneren Auge sah ich wieder die Twin Tower, welche die Macht und den Reichtum der Vereinigten Staaten verkörperten und dann in einer großen Staubwolke dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Im Zeitraffer bringt mich das Museum wieder zurück an den Tag des 11. Septembers. Vorbei an durch Hitze deformierten Feuerwehrfahrzeugen, einem Teil der Antenne des Nordturms, einem verschmorten Fahrstuhlmotor, der kleinen Steintreppe (Survivor’s Staircase), Resten von Bürgersteigen, Straßenschildern, Fahrrädern und Kinderwagen, die sich vor dem World Trade Center befanden, zieht es einen immer mehr zurück in den Sog der Fassungslosigkeit.

Aber man ist auch gleichzeitig beeindruckt, mit wie viel Liebe zum Detail und Respekt diese Gegenstände erhalten und ausgestellt werden.

Das Museum im Museum als Ort des stillen Gedenkens

9/11 Memorial MuseumEine gläserne Tür führt in ein weiteres „Museum im Museum“. September 11, 2001 als Überschrift. Kinder mögen diese Räumlichkeiten nicht betreten. Erst ab 10 Jahren und nur in Begleitung eines Erwachsenen.

Wieder ein Zeitraffer. Beginnend am unbeschwerten, sonnigen Morgen des elften Septembers. Bilder der Türme kurz vor den Anschlägen. Ausschnitte aus damaligen Live Berichterstattungen amerikanischer Nachrichtensender kurz bevor das erste Flugzeug in den ersten Turm geleitet wurde.

Es folgen Berichte während des Geschehens: Bilder, Anrufe von Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in den Türmen befanden, Videos von Feuerwehrmännern aus den Feuerwehrfahrzeugen, Mitschnitte des Polizeifunks.

Jede wichtige Minute vom Morgen des Grauens wird dargestellt. Aus der Sicht der Menschen am Boden, den Menschen in den entführten Passagierflugzeugen, der Menschen in den Türmen, im Pentagon sowie der damaligen US Politiker, weiterführend bis ins Jahr 2014.

Realisiert haben die Schöpfer des Museums diese authentische Zeitreise vor allem durch Ton- und Filmaufnahmen. Es sind die Stimmen von Augenzeugen, die im Raum hallen, Sirenen, Schreie.

Es ist größtenteils Material, das im Museum zum ersten Mal der Öffentlichkeit offenbart wird.

Der Zeitstrahl bringt den Besucher immer wieder dazu, in sich zu kehren und Fragen zu stellen.

Wie hat uns Menschen dieser Tag verändert? Was bedeutet Terrorismus für uns heute? Wie war dessen Bedeutung damals? Welche Rolle spielten die 19 Terroristen – welche teilweise aus Hamburg kamen? Wie hat sich ihr Morgen des elften Septembers abgespielt? Wie hat es New York verändert?

Wo stehen wir heute?

Man wird voll und ganz mitgerissen, ein Teil der Tragödie des elften Septembers.

Letzte Worte der Menschen an ihre Lieben in Form von Mitschnitten und Projektionen an die Museumswände, Aufnahmen auf Anrufbeantwortern von den Verunglückten und viele weitere teils auch erschreckend detaillierte Bilder, Videos und Erinnerungsstücke.

Ich muss gestehen, dass ich mir nicht alles anschauen konnte. Teilweise war es sehr schwer und emotional für mich.

Ich kann aber sagen, dass man wirklich auf jede Frage eine Antwort bekommt. Auch auf die vielen Verschwörungstheorien wird eingegangen. Als ich diesen Bereich des Museums verlassen habe musste ich erstmal tief durchatmen.

Das ist nichts für schwache Nerven und man sollte wirklich viel Zeit einplanen, wenn man alles sehen möchte. Die Museumsangestellten sagten mir, dass knapp 10.000 Artefakte ausgestellt seien.

In Memoriam – Der Raum der 2.983 Bilder

9/11 Memorial Museum: Highlights

Ein großer Teil des Museums wird den Verstorbenen persönlich gewidmet. Dazu zählt vor allem der Raum der 2.983 Fotos jedes Verstorbenen in einem kleinem Saal mit Bänken, wo zu jeder Person eine kurze Geschichte erzählt wird, oft gesprochen von ihren Angehörigen.

Schließlich ist da noch das beeindruckendste Stück des Museums: Eine 20 Meter hohe Grundmauer, die als Bollwerk zwischen dem World Trade Center und dem Hudson River diente und den Anschlag überstanden hat.

Mächtig ragt dort auch die berühmte letzte Säule empor. Sie ist eines der wenigen Stahlgerippe, die aus dem zerstörten World Trade Center übrig geblieben sind. Im Zuge der Neubebauung wurde sie entfernt, ausgebessert und als Zeichen der Unbeugsamkeit und Hoffnung wieder errichtet.

Falls euch das Museum an manchen Stellen und Aufnahmen an das jüdische Museum in Berlin erinnert, ist das kein Zufall. Daniel Libeskind war hier genau wie in Berlin am Werk. Das 9/11 Memorial Museum wurde allerdings von Michael Arad weiter entwickelt.

Wer möchte kann in dem sogenannten Pavilion Café essen und trinken. Es befindet sich im Obergeschoss auf der Atrium Terrasse.

Selbstverständlich gibt es auch einen Museumsshop. In meinen Augen auf jeden Fall auch einen Abstecher wert. Statt wie in der Presse geschrieben, findet man hier nicht nur kommerzielle Kaffeebecher und Schlüsselanhänger, sondern auch lesenswerte Bücher von Überlebenden, Kunst, Symbole der Hoffnung und Zuversicht sowie viele wirklich schöne Erinnerungen an das World Trade Center.

Öffnungszeiten vom 9/11 Memorial Museum

Das 9/11 Memorial Museum ist täglich (außer dienstags) zu diesen Zeiten geöffnet:

  • Mittwoch – Montag 9 – 19 Uhr, letzter Einlass um 18 Uhr

Für den Museumsbesuch solltet ihr ungefähr 2-3 Stunden einplanen.

Tickets für das 9/11 Memorial Museum

Tickets für das 9/11 Memorial Museum könnt ihr spontan vor Ort kaufen oder am besten vorab online reservieren. Dann könnt ihr nicht nur von unseren Rabatten profitieren, sondern spart euch auch die Wartezeit in der Ticketschlange vor dem beliebten Museum.

Zu den Tickets ohne Anstehen

Tipp: Kostenlose Tickets für das 9/11 Memorial Museum

Montags könnt ihr kostenlos ins Museum. Dann ist Free Admission Monday und ihr könnt euch ab 7:00 Uhr gratis Tickets auf der Website sichern. Der Andrang ist natürlich hoch und die Tickets begrenzt – seid also schnell.

Wenn ihr Besitzer vom New York Pass seid, dann ist der Eintritt immer kostenlos.

Persönliche Führungen am 9/11 Memorial Museum

9/11 Memorial Museum: Geführte Touren Beim Thema 9/11 wollen wir euch sehr empfehlen, an einer Führung von New Yorkern teilzunehmen, die diesen schicksalhaften Tag selbst erlebt haben.

Wir haben euch hier die Führungen herausgesucht, die das 9/11 Memorial Museum beinhalten.

9/11 Memorial Tour & Museum

Bei dieser 2-stündigen Führung bringt euch ein einheimischer Guide die Geschehnisse des 11. Septembers und die Bedeutung des 9/11 Memorials näher. Dafür startet die Tour an der St. Paul’s Chapel, die in den Monaten nach dem 11. September eine wichtige Rolle für die Rettungskräfte und Angehörigen spielte.

Im Anschluss an die Tour bekommt ihr Tickets für das 9/11 Memorial Museum, das ihr sofort besuchen könnt.

Führung & Museum reservieren

9/11 Memorial Führung mit Tickets für Museum & One World Observatory

Diese Tour ist quasi das Komplettpaket am Ground Zero mit allen Eintrittspreisen inklusive.

Sie umfasst eine geführte Tour durch den World Trade Center Complex mit einem Guide, der einen persönlichen Bezug zu den Auswirkungen der Terroranschläge hat sowie den eigenständigen Besuch des 9/11 Memorial Museums und der Aussichtsplattform One World Observatory.

Dabei folgt ihr dem Weg der Ersthelfer und erfahrt eindrucksvoll, welche Tapferkeit vor allem die Feuerwehrleute in New York nach den Anschlägen beweisen mussten.

FÜHRUNG MIT ALLEN TICKETS RESERVIEREN

Mein Fazit zum 9/11 Memorial Museum

Ein Meisterwerk. Der Besuch ist ein sehr ergreifendes Erlebnis und sollte in jedem New York Besuch zum Pflichtprogramm gehören.

Auch, wenn im Vorhinein viel Negatives gesagt wurde, wird dieses Museum nun noch mehr dazu beitragen, dass der 11. September für uns alle und die noch folgenden Generationen unvergessen bleiben wird.

Nur von einem Besuch mit kleinen Kindern würde ich persönlich abraten, aber das ist eine individuelle Entscheidung.

Steffen Kneist Loving New York
Mein Tipp

Neue Hoffnung

Wenn ihr vor dem Museum steht, dann schaut einmal auf die Außenwand des Gebäudes aus Stahl und Glas.

Mit Blick auf die Seite, an der die Türme gestanden haben, wirkt die Umgebung verzerrt und verschwommen. An anderer Stelle möchte einem die klare Sicht auf das neue One World Trade Center wohl sagen: „Schaut her, wir machen weiter. Die Trümmer sind weggeräumt, neue Gebäude wachsen in die Skyline Manhattans, genauso wie die Bäume. Ein Neustart.”

Mehr zum 9/11 Memorial & Lower Manhattan

Wir können euch den Besuch des 9/11 Memorial Museums nur sehr ans Herz legen. Natürlich könnt ihr den Ground Zero und das 9/11 Memorial aber auch besuchen, ohne ins Museum zu gehen. Alle wichtigen Infos dazu findet ihr in unseren Artikeln zum Ground Zero. Was ihr euch sonst noch in der Nähe vom Ground Zero ansehen solltet, erfahrt ihr in unserem Lower Manhattan Insider Guide.

Wir wünschen euch eine schöne Zeit in New York!

Profilbild Steffen Kneist
Über den Autor

Ich bin ein absolut New York-Begeisterter und war mittlerweile schon 25x in New York – zweimal davon sogar länger. Auf unserer Seite zeige ich dir die besten und schönsten Spots der Stadt, damit du eine richtig gute Zeit hast! Ganz viele Insider-Tipps findest du auch in unserem New York Reiseführer mit über 900 positiven Bewertungen, in unserem Low Budget New York Reiseführer und auf unserem YouTube-Kanal. Ganz neu: Hotel-Finder für New York und unsere Reviews für die besten Reiseanbieter. Auch für 2023 habe ich wieder das offizielle Zertifikat von NYC Tourism erhalten. Last but not least: Das ist mein Profil auf LinkedIn.

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Steffen von Loving Loving New York